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FPV - Freie Pädagogische Vereinigung des Kantons Bern | Leitbild

Das Leitbild der FPV

Die Freie Pädagogische Vereinigung (FPV) ist 1942 gegründet worden. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Würde des Kindes zu wahren und die Erziehung zu Freiheit und Verantwortung zu fördern. Sie ist der anthroposophischen Menschenkunde verpflichtet, wie sie von Rudolf Steiner begründet worden ist. Die FPV organisiert als Pionierin der bernischen Lehrerfortbildung seit 55 Jahren Kurse, Vorträge, Seminarien und weitere pädagogische Veranstaltungen; sie gibt auch Publikationen heraus.

Standortbestimmung

Der Wandel der Gesellschaft, insbesondere veränderte Familienstrukturen und das expandierende Multimedia-Angebot, konfrontieren die Schule mit neuen Aufgaben, die kaum mehr zu bewältigen sind. Auf der einen Seite steht die seelische Not vieler Kinder und Jugendlicher, die sich in Konzentrationschwäche, Verunsicherung, Orientierungslosigkeit, Sucht- und Gewaltsymptomen äussert; auf der anderen Seite macht sich unter den betroffenen Erwachsenen zunehmende Ratlosigkeit und Resignation breit. Erziehende sehen sich vor die Frage gestellt, wie sie ihre pädagogischen Aufgaben mit der nötigen Kraft und Substanz bewältigen können. Das so genannte Burn-out ist ein deutliches Zeichen dafür.

Die Pädagogik an unseren Schulen braucht deshalb eine gesundende, heilende Basis, damit sie Kinder und Lehrkräfte nicht krank macht, sondern stärkt. Die FPV zählt eine umfassende Menschenkunde zu den wichtigsten Grundlagen einer Erziehung, die menschliche Kräfte nicht abbaut, sondern entwickelt.

Grundlagen

Die FPV betrachtet es als ihre Aufgabe, für eine Vertiefung und Vermenschlichung des pädagogischen Wirkens in den Schulen zu arbeiten.

Nur eine erweiterte Wahrnehmung des Kindes ermöglicht ein Verständnis für seine individuelle Entwicklung. Dies hilft uns, das Kind auf seinem persönlichen Weg zu begleiten. Das wiederum gibt dem pädagogischen Beruf seinen Sinn. Die FPV will eine Pädagogik unterstützen, die entwicklungsgerecht, zeitgemäss und zukunftsfähig ist. Mitglied der Vereinigung kann werden, wer diese Zielsetzung teilt und an der anthroposophischen Pädagogik interessiert ist. Besondere Kenntnisse oder Kursbesuche werden nicht vorausgesetzt.

Im Zweckartikel der FPV-Statuten heisst es: „Die Vereinigung stellt sich zur Aufgabe, die von Pestalozzi geforderte und von Rudolf Steiner begründete Erziehungskunst in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu fördern. Diese stützt sich auf die Einsicht in die Entwicklungsgesetze des Menschen. Die Anthroposophie Rudolf Steiners ist ihre geistige Grundlage."

Ziele

Eine zeit- und menschengemässe Pädagogik ist nur im so genannten Pädagogischen Dreieck realisierbar: Kinder beziehungsweise Jugendliche, Eltern und Lehrerschaft wirken direkt zusammen. Deshalb sind Eltern und Lehrkräfte die wichtigsten Verantwortungsträger für Erziehung und Unterricht.

Für die Lehrkräfte bedeutet das, dass ihnen für die Gestaltung einer pädagogisch wirksamen Arbeit von den Behörden ein Höchstmass an Autonomie gegeben werden muss. Dies betrifft besonders die Freiheit zur Wahl von Lehr- und Unterrichtsmitteln. Sie müssen aber auch Schulformen und -inhalte in eigener Verantwortung wählen und gestalten können - und zwar allein aufgrund von pädagogischen (nicht aber politischen und wirtschaftlichen) Zielsetzungen.

Die FPV erachtet es als Hauptaufgabe des Gesetzgebers und der Behörden, diese Freiheiten rechtlich und finanziell in ausreichendem Mass zu ermöglichen. Sie haben auch die Arbeit der Lehrerschaft vor schulfremden, nicht wirklich pädagogisch begründeten Ansprüchen zu schützen. In diesem Sinne engagiert sich die FPV auch bildungspolitisch, wenn es darum geht, ein pädagogisch autonomes Bildungswesen im Rahmen der staatlichen Schule zu vertreten.

Die FPV ist bildungspolitisch eher in einer Nische tätig, die oberflächlich betrachtet wenig Raum einnimmt. Die Veranstaltungen der FPV beeinflussen aber die pädagogische Praxis von vielen Teilnehmenden.

Aktivitäten

Die FPV gehört zu den Pionieren der bernischen Lehrerfortbildung.

· Mit den pädagogischen Studien- und Übungswochen im emmentaler Dorf Trubschachen hat sie ein Forum geschaffen, wie es hinsichtlich Konstanz und Beteiligung weit über den Kanton Bern hinaus kein zweites gibt. Es werden jedes Jahr über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.

· Von 1972 bis 2000 sind in Bern jährliche Kurse zur Einführung und Vertiefung in den pädagogischen Impuls Rudolf Steiners durchgeführt worden . Weit über 1000 Teilnehmende haben sie besucht. Sobald sich genügend Interessierte zusammenfinden, können solche Kurse neu initiiert werden.

· Im Rahmen der bernischen Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung veranstaltet die FPV einzelne Kurse zu verschiedenen Unterrichtsbereichen, -Inhalten und -Methoden. Durch einzelne Wochenendveranstaltungen mit Vorträgen und Seminarien schafft die FPV Gelegenheiten für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Pädagogik.

· Die FPV ist offen für die Gründung von fach- oder stufenspezifischen Arbeitsgruppen. Der vierteljährlich erscheinende Rundbrief an Mitglieder und Interessierte ermöglicht den Informations- und Meinungsaustausch über pädagogische und bildungspolitische Fragen. Die Förderung von Publikationen aus dem Kreis ihrer Mitglieder sowie Beiträge in Zeitschriften gehören ebenfalls zum Tätigkeitsbereich der Vereinigung. Die FPV führt eine Bibliothek in der Rudolf Steiner-Schule in Ittigen, welche den Mitgliedern zur Verfügung steht.

Die FPV - Einst und heute

Die FPV ist 1942 von Friedrich Eymann und einer Reihe von Lehrerinnen und Lehrern aus dem Kanton Bern gegründet worden.

Sie setzte sich aber auch von Anfang an für pädagogische Selbstverantwortung ein und kämpfte gegen die staatliche Bevormundung und die kirchliche Diffamierung von anthroposophisch orientierten Lehrkräften.

Mittlerweile hat die anthroposophische Pädagogik ihren Tatbeweis erbracht. Sie ist heute bei Schulbehörden und in der Öffentlichkeit anerkannt. Rudolf Steiner-Schulen und andere anthroposophisch orientierte Bildungsstätten gelten allgemein als Bereicherung der Schullandschaft.