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FPV - Freie Pädagogische Vereinigung des Kantons Bern | Die FPV

Was will die FPV?

Wer wir sind

Die Freie Pädagogische Vereinigung des Kantons Bern ist ein seit mehr als 50 Jahren bestehendes Modell, das auf den traditionellen Freiheiten im Bernischen Schulwesen basiert und die Initiativen ergreift, diese Freiheiten zugunsten einer Vermenschlichung von Erziehung und Unterricht auszuschöpfen. Die FPV will eine Pädagogik unterstützen, die sowohl entwicklungsgerecht als auch zeitgemäss ist. Mitglied der FPV können alle Menschen werden, welche die Zielsetzungen der Vereinigung teilen und in der Anthroposophie eine berechtigte Grundlage für eine zukunftsfähige Erneuerung der Pädagogik sehen.

Im Zweckartikel der Vereinsstatuten steht: "Die Vereinigung stellt sich zur Aufgabe, die von Pestalozzi geforderte und von Rudolf Steiner begründete Erziehungskunst in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu fördern. Diese stützt sich auf die Einsicht in die Entwicklungsgesetze des Menschen. Die Anthroposophie Rudolf Steiners ist ihre geistige Grundlage".

Die Freie Pädagogische Vereinigung ist 1942 mitten in den europäischen Kriegswirren von Prof. Friedrich Eymann und einer Reihe von Lehrerinnen und Lehrern aus Schulen des Kantons Bern gegründet worden. Ursprünglich war die FPV eine Antwort auf die menschenverachtende braune Ideologie, die auch unser Land bedrohte. Gleichzeitig war sie auch eine Kampforganisation gegen die staatliche Bevormundung und kirchliche Verfolgung anthroposophisch orientierter Lehrer und für die Selbstverantwortlichkeit und Methodenfreiheit der Lehrerschaft. – Mittlerweilen hat sich die Situation längst beruhigt, anthroposophisch orientierte Pädagogik hat ihren "Tatbeweis" erbracht und ist bei den Schulbehörden und in der Öffentlichkeit zu einem etablierten Begriff geworden. Rudolf Steiner-Schulen und anthroposophisch orientierte Lehrerinnen und Lehrer in der Staatschule werden allgemein als eine Bereicherung in der Schullandschaft angesehen.

Bildungspolitisch ist die FPV ein Zwerg: klein von Gestalt, aber nachhaltig in der Wirkung. So ist der alltägliche Einfluss auf die pädagogische Praxis durch die vielen Tausenden von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Veranstaltungen der FPV kaum zu beziffern.

Was wir wollen

Die Freie Pädagogische Vereinigung ist der Auffassung, dass es nach wie vor sehr dringend und notwendig ist, mit Entschiedenheit eine umfassende Bildung und Erziehung aus begründeter Menschenerkenntnis heraus anzustreben. Die vielen Einflüsse, welche auf die Kinder und Jugendlichen negativ einwirken, waren noch nie so stark wie heute, und die Schule sieht sich mit kaum zu bewältigenden Aufgaben von Seiten des gesellschaftlichen Umfeldes konfrontiert. Die seelische Not vieler Jugendlicher mit ihren Sucht- und Gewaltsymptomen sowie den in jüngster Zeit vermehrten Fällen von Jugend-Suizid lässt unter den betroffenen Erwachsenen immer häufiger Ratlosigkeit und Resignation aufkommen. Gleichzeitig sehen sich Erzieherinnen und Erzieher verstärkt vor die Frage gestellt, wie die pädagogischen Aufgaben kräftemässig und substanziell überhaupt noch bewältigt werden können. Das sogenannte "Burn-out" vieler Kolleginnen und Kollegen ist ein deutliches Symptom dafür, dass insbesondere die Schulpädagogik viel bewusster auf eine gesundende und heilende Basis gestellt werden muss. Die FPV erachtet eine umfassende Menschenkunde als eine der wichtigsten Grundlagen für eine kräftigende Pädagogik.

Die Freie Pädagogische Vereinigung stellt sich zur Aufgabe, in Richtung einer Vertiefung und Vermenschlichung des pädagogischen Wirkens in der öffentlichen Schule zu arbeiten. Sie ist der von Rudolf Steiner begründeten anthroposophischen Menschenkunde verpflichtet, welche durch eine verfeinerte Wahrnehmung des Kindes und seiner Individualität zu einem vertieften Verständnis seiner Entwicklung und zu angemessenen Erziehungsmassnahmen führen und dem pädagogischen Beruf seinen inneren Sinn verleihen kann.

Wofür wir einstehen

Wir gehen davon aus, dass eine menschengemässe Pädagogik nur im sogenannt "pädagogischen Dreieck" realisierbar ist: es ist das direkte Zusammenwirken von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Eltern mit den Kindern und Jugendlichen. Wir sind deshalb der Auffassung, dass die Lehrerschaft zusammen mit den Eltern die wichtigsten Verantwortungsträger für Schule und Unterricht sind. Das bedeutet, dass der Lehrerschaft für die Gestaltung einer pädagogisch wirksamen Arbeit ein Höchstmass an Autonomie gegeben werden muss. Dies betrifft insbesondere die Methodenfreiheit, die Freiheit in der Wahl von Lehr- und Unterrichtsmitteln sowie die ausreichende Möglichkeit, Schulformen und -inhalte gemäss den pädagogischen Zielsetzungen in eigener Verantwortung wählen und gestalten zu können.

Zugleich erachten wir es als die Hauptaufgabe des Gesetzgebers und der Behörden, diese Freiheiten rechtlich und wirtschaftlich in ausreichendem Mass zu ermöglichen und die Arbeit der Lehrerschaft vor schulfremden, nicht wirklich pädagogisch begründeten Ansprüchen zu bewahren und zu schützen. In diesem Sinne engagiert sich die FPV ebenfalls bildungspolitisch, wenn es darum geht, ein pädagogisch autonomes Bildungswesen auch im Rahmen der staatlichen Schule zu vertreten.

Was wir tun

Durch verschiedene Veranstaltungen und durch Publikationen versucht die Freie Pädagogische Vereinigung, ihren Beitrag zu einer substanziellen Erneuerung der Schule zu leisten:

  1. Bereits eine lange Tradition von mehr als einem halben Jahrhundert haben die Studien- und Übungswochen zum pädagogischen Impuls Rudolf Steiners im emmentalischen Trubschachen. Die FPV hat seit Anbeginn ihres Bestehens die Notwendigkeit der permanenten Lehrerfortbildung erkannt und gehört damit zu den Pionieren in der Bernischen Lehrerfortbildung. Mit den Herbstwochen in Trubschachen hat die FPV ein pädagogisches Forum geschaffen, wie es hinsichtlich Beteiligung und Konstanz im gesamten Kanton kein zweites gibt. – Im Oktober 2000 wird diese Tagung zum 55sten Mal durchgeführt, wozu wiederum etwa 250 Menschen erwartet werden.
  2. Seit 1972 gibt es in Bern die Pädagogischen Kurse zur Einführung und Vertiefung in den pädagogischen Impuls Rudolf Steiners. Weit über 1000 Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere an Pädagogik interessierte Menschen haben seither diese Kurse besucht.
  3. Im Rahmen der Bernischen Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung veranstaltet die FPV einzelne Kurse zu verschiedenen Unterrichtsbereichen, Inhalten und Methoden.
  4. Durch einzelne Wochenendveranstaltungen mit Vorträgen und Seminarien schafft die FPV ein Forum für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen rund um die Pädagogik.
  5. In Arbeitsgruppen der FPV wird an fach- oder stufenspezifischen Fragen gearbeitet.
  6. In einem vierteljährlich erscheinenden RUNDBRIEF an die Mitglieder und Interessenten der FPV werden pädagogische und bildungspolitische Fragen thematisiert, auf Neuerscheinungen von Büchern hingewiesen und über Fortbildungsveranstaltungen informiert.
  7. Die Förderung von Buchveröffentlichungen aus dem Kreis der FPV sowie Beiträge in Zeitschriften, z.B. in zwei Sondernummern der Schulpraxis (LEBE), gehören ebenfalls zum Tätigkeitsbereich der Vereinigung.
  8. In der Bibliotheks- und Dokumentationsstelle der FPV wird Material für Vorbereitung und Unterricht bereitgehalten und Mitgliedern zur Verfügung gestellt.